Besuche im Pflegeheim in Corona-Zeiten

Damit Pflegeheimbewohner während der Pandemie auch weiterhin am sozialen Leben teilnehmen und Besuche empfangen können, wurde vom Pflegebevollmächtigten der Bundesrepublik ein Besuchskonzept für Pflegeheime vorgelegt (s. Quelle 9). Es soll Pflegeeinrichtungen, Bewohnern und Besuchern eine Orientierung geben, wie Besuche möglichst sicher und dem Infektionsschutz entsprechend durchzuführen sind. Da die Gegebenheiten in den Pflegeheimen höchst unterschiedlich sind, hat das Konzept jedoch nur einen Empfehlungscharakter:

Vor dem Besuch: Voraussetzung für den Besuch ist, dass die Besucher absolut symptomfrei sind. Nach Möglichkeit sollen Besucher sich mit (Schnell-)Tests auf das Coronavirus testen lassen, vor allem, wenn folgende Situationen geplant werden:

  • beim Anreichen von Speisen
  • bei der Körperpflege
  • bei der Betreuung von Menschen mit kognitiven Einschränkungen
  • in Situationen, in denen physische Zuwendung das Wohlbefinden oder den Zustand insgesamt verbessert
  • in palliativen Situationen

Besucher sollten sich vor ihrem Besuch im Pflegeheim anmelden und bestenfalls registrieren lassen, sodass eine Kontaktverfolgung im Infektionsfall zügig umgesetzt werden kann.

Während des Besuchs: Besucherräume sollten möglichst genügend Platz bieten, um den Mindestabstand möglich zu machen. Prinzipiell sollten alle Beteiligte (Bewohner, Pfleger, Besucher) die AHA+L+A Regeln beachten:

  • Abstand halten: Halten Sie mindestens 1,50 Meter Distanz zueinander.
  • Hygienemaßnahmen umsetzen: Waschen Sie sich regelmäßig die Hände und desinfizieren Sie Oberflächen.
  • Atemschutzmasken verwenden: Tragen Sie stets einen Mund-Nasen-Schutz, der korrekt Mund und Nase verdeckt.
  • Lüften: Ermöglichen Sie während der Besuche einen Luftaustausch in der Räumlichkeit.
  • App verwenden: Verwenden Sie generell die Corona-Warn-App, um unmittelbar informiert zu werden, wenn Sie Kontakt zu infizierten Personen hatten.

Ausnahmen sollen für Menschen mit kognitiven Einschränkungen gelten: Bei ihnen sollen Besucher unter Einhaltung der Abstandregel kurzzeitig die Maske abnehmen können, damit der Bewohner die Person erkennt. Dieses Vorgehen sollte mit der Pflegeheimleitung abgesprochen werden.

Corona-Infektionsfall in Pflegeheimen

Sollte es trotz aller Präventionsmaßnahmen dazu kommen, dass sich eine Pflegekraft oder ein Pflegeheimbewohner mit dem Coronavirus infiziert, sind Maßnahmen wie die Quarantäne eines Einzelnen oder die Quarantäne der gesamten Pflegeeinrichtung möglich. Grundsätzlich legt das zuständige Gesundheitsamt im Einzelfall das konkrete Vorgehen fest, in Hinsicht auf Quarantäne- und Hygienemaßnahmen sowie auf die Dauer der Maßnahmen.

Wenn Pflegekräfte erkranken, bleiben sie – je nach Krankheitsverlauf – in häuslicher Quarantäne oder in ärztlicher Behandlung. Aktuell sollen auch Pflegekräfte aus weniger betroffenen Einrichtungen aushelfen. Bislang geltende Personalschlüssel sollen für gewisse Zeit ausgesetzt werden, sodass etwaige Sanktionen aktuell nicht greifen.

Angehörige sollten Folgendes beherzigen: Wenn Pflegeheim-Bewohner außer Haus gebracht werden, bietet sich ein gemeinsamer Spaziergang an der frischen Luft definitiv besser an als eine Geburtstagsfeier mit mehreren Gästen in geschlossenen Räumen.

Nach dem Besuch: Oberflächen wie Stühle, Tische und Türklinken sollten nach dem Besuch im Pflegeheim mit einem Flächendesinfektionsmittel gereinigt werden. Das Pflegepersonal sollte die Räumlichkeiten zudem durch das Öffnen der Fenster gut durchlüften. Wenn Besucher innerhalb von zwei Wochen nach dem Besuch Erkältungssymptome bekommen, sollten sie sich unverzüglich beim Pflegeheim melden. Dies gilt selbstverständlich auch, wenn sie positiv auf das Coronavirus getestet werden.

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